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Open Data und KRITIS: "Wie viel Transparenz verträgt kritische Infrastruktur, wie viel Schutz braucht Offenheit?“

Was funktioniert bereits gut bei Open Data in Brandenburg? Wo gibt es Hürden? Und wie können wir das Angebot weiterentwickeln und voneinander lernen? Über diese Fragen tauschen sich die Open-Data-Beauftragten aller Ressorts Brandenburg auch 2026 regelmäßig aus. Beim letzten Treffen rückte dabei ein Thema besonders in den Fokus: Der Umgang mit offenen Daten im Kontext kritischer Infrastrukturen (KRITIS).

Offene Daten leben von Transparenz, kritische Infrastrukturen von Resilienz und Schutz. Zwischen diesen beiden berechtigten Interessen gilt es, tragfähige Lösungen zu finden.

Warum gerade jetzt?

Die Debatte um den Schutz kritischer Infrastrukturen wird öffentlich gerade intensiv geführt, nicht nur wegen einzelner, konkreter Sicherheitsvorfälle, sondern auch wegen der insgesamt angespannteren sicherheitspolitischen Lage. Vor diesem Hintergrund rücken Energieversorgung, Wasserversorgung, Verkehrssysteme und Kommunikationsnetze verstärkt in den Fokus von Schutz- und Resilienzmaßnahmen. Dabei wird immer wieder auch formuliert, dass Open Data - also offene und transparente Daten - ein Sicherheitsrisiko darstellen können.

Wir möchten dem Thema proaktiv begegnen, statt zu reagieren. Um nicht bei dieser teils abstrakten Diskussion zu bleiben, haben wir gemeinsam mit einem KRITIS-Verantwortlichen aus dem Innenministerium vertieft über Risiken, Abwägungen und konkrete Fälle gesprochen.

Was haben wir diskutiert?

Die Diskussion zeigte vor allem, dass es keine pauschalen Antworten geben darf, sondern kluge Abwägungen im Einzelfall.

Auf der einen Seite stehen Datensätze, die – insbesondere in Kombination mit anderen Informationen – Rückschlüsse auf sensible Strukturen zulassen und potenzielle Angriffsflächen offenlegen könnten. Wo solche Risiken bestehen, ist eine sorgfältige Prüfung vor der Veröffentlichung geboten. Auf der anderen Seite steht der gesetzlich verankerte Anspruch auf Transparenz und offene Verwaltungsdaten für eine datenbasierte Verwaltung sowie eine Nachvollziehbarkeit staatlichen Handelns durch die Bürger:innen. Sicherheitsbedenken können eine Ausnahme rechtfertigen – sie müssen jedoch nachvollziehbar begründet und im Einzelfall sorgfältig abgewogen werden.

Die Kernbotschaft: Transparenz und Sicherheit sind keine natürlichen Gegensätze. Die eigentliche Herausforderung besteht auch nicht darin, sich für eines von beidem zu entscheiden, sondern klare und nachvollziehbare Kriterien für die Abwägung im Einzelfall zu entwickeln.

Was können wir mitnehmen?

Neue Sicherheitsanforderungen lassen sich nicht wegdiskutieren. Entscheidend ist, wie mit ihnen umgegangen wird. Wie schon beim Datenschutz macht es einen entscheidenden Unterschied, ob Daten vorschnell und aus reiner Vorsicht zurückgehalten werden oder ob Chancen und Risiken sorgfältig geprüft, nachvollziehbar begründet und einzelfallbezogen abgewogen werden. 

Mit der neuen zentralen Open-Data-Stelle Brandenburgs, der VIBS, setzen wir uns für genau diesen abwägenden Ansatz ein. Dazu gehören die konstruktive Zusammenarbeit mit allen Beteiligten, die ernsthafte Auseinandersetzung mit Sicherheitsbedenken und die Berücksichtigung neuer Anforderungen. Gleichzeitig bleibt unser Ziel klar: Transparenz zu fördern und die Potenziale offener Daten für Gesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung zu erschließen – ganz im Sinne unseres gesetzlichen Auftrags.

Wir sind dankbar, dass sich mit den Open-Data-Beauftragten ein konstruktives und vertrauensvolles Netzwerk etabliert hat, in dem auch anspruchsvolle Themen offen diskutiert werden können. Gerade der ressortübergreifende Austausch ermöglicht es, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen, über den Tellerrand zu blicken und gemeinsam tragfähige Lösungen für die Zukunft von Open Data in Brandenburg zu entwickeln.

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