
Unser Website-Testing: Mit wenig Aufwand zu besseren Inhalten
Wie verständlich ist unsere Website? Finden unsere Zielgruppen schnell, wonach sie suchen? Und vermittelt unser Webauftritt das, wofür die DABB heute steht?
Mit diesen Fragen haben wir unsere Website im Januar und Februar 2026 getestet. Ziel war es, besser zu verstehen, welche Inhalte für Nutzer:innen wirklich relevant sind, wo Orientierung fehlt und an welchen Stellen Probleme auf der Website auftreten. Denn unsere Website soll nicht nur informieren, sondern die DABB klar, verständlich und hilfreich als Partnerin für die digitale Transformation der Verwaltung zeigen.
Warum wir unsere Website getestet haben
Der Anlass war einfach: Unsere Website ist über die Zeit gewachsen. Dabei sind viele Inhalte entstanden, für Außenstehende aber nicht immer sofort verständlich sind. Gleichzeitig hat sich die DABB weiterentwickelt. Deshalb wollten wir prüfen, ob unser Webauftritt noch zu unserem heutigen Anspruch passt und ob unsere Zielgruppen dort tatsächlich das finden, was sie brauchen.
Im Kern ging es uns um vier Fragen:
Verstehen Nutzer:innen unsere Inhalte? Finden sie sich auf der Website gut zurecht? Ist unsere Ansprache passend für unterschiedliche Zielgruppen? Und: Was lässt die Website verlässlich und professionell wirken?
So haben wir das Testing umgesetzt
Unser Vorgehen war bewusst methodisch fundiert angelegt. In der Usability-Forschung gilt seit Langem: Schon mit wenigen sorgfältig ausgewählten Testpersonen lassen sich die meisten relevanten Nutzungsprobleme identifizieren (Quelle: Jakob Nielsen in Why You Only Need to Test with 5 Users). Entscheidend ist dabei, die zentralen Zielgruppen gezielt einzubeziehen. Deshalb haben wir sieben Personen aus unterschiedlichen Kontexten interviewt – aus dem DABB-Backoffice, aus Kommunen, aus Landesministerien und mit bürger:innennaher Perspektive. So konnten wir sowohl gruppenspezifische Erwartungen als auch übergreifende Probleme in Navigation, Verständnis und Orientierung sichtbar machen.
Alle Interviews fanden remote statt, dauerten etwa 60 Minuten und wurden direkt an der Live-Website durchgeführt. Die Teilnehmenden klickten sich selbst durch die Seite, während wir beobachteten und nachfragten. Im Fokus standen Navigation und Texte, Interaktion und Usability, die visuelle Gestaltung sowie der Gesamteindruck.
Was bereits gut funktioniert
Das Testing hat uns nicht nur auf Schwachstellen hingewiesen, sondern auch gezeigt, was schon gut funktioniert. Der Gesamteindruck der Website wurde überwiegend positiv wahrgenommen. Besonders erfreulich war für uns, dass der Teamgeist der DABB spürbar wird. Auch die Bildsprache wurde positiv bewertet. Solche Aspekte sind nicht nebensächlich: Gerade bei einer Organisation im öffentlichen Umfeld tragen Gestaltung, Bildwelt und Tonalität stark dazu bei, ob eine Website professionell, nahbar und vertrauenswürdig wirkt.
Wo Nutzer:innen mehr Orientierung brauchen
Gleichzeitig wurde deutlich, an welchen Stellen wir nachschärfen müssen. Vor allem die Navigation und Menüführung brauchen mehr Klarheit. Nutzer:innen möchten schneller erfassen, wie die Website aufgebaut ist und wo sie relevante Informationen finden. Auch einige Unterseiten sollten klarer gefasst werden, damit unmittelbar verständlich wird, worum es dort geht und für wen die Inhalte gedacht sind.
Konkreter, greifbarer, zielgruppennäher
Außerdem wurde deutlich, dass wir unsere Arbeit noch konkreter zeigen sollten. Aktuelle Projekte, Use Cases und anschauliche Ablaufbeispiele von Digitalisierungsprojekten helfen dabei, die Rolle der DABB greifbar zu machen. Sie machen sichtbarer, woran wir arbeiten und welchen Beitrag wir leisten.
Auch die zielgruppenspezifische Ansprache wollen wir weiterentwickeln. Kommunen, Ministerien und Bürger:innen bringen unterschiedliche Fragen mit auf die Website. Darauf möchten wir künftig direkter eingehen, zum Beispiel durch klarere Einstiege, passendere Call-to-Actions und eine Sprache, die schneller Orientierung gibt.
Daneben gab es auch einzelne, sehr konkrete Hinweise: So wurde etwa deutlich, dass Begriffe wie „DABBthek“ (derzeit der Ort für Blog, Veranstaltungen, Newsletter, Presse, Downloads u.v.m.) nicht selbsterklärend sind. Hierfür werden wir einen neuen Menüpunkt entwickeln. Ebenso sind sichtbare Ansprechpartner:innen für bestimmte Themen wichtig, wenn Nutzer:innen Vertrauen aufbauen und handlungsfähig werden sollen. Auch das Thema Barrierefreiheit spielt für die Weiterentwicklung der Website eine große Rolle, sowohl für eine bessere Nutzbarkeit als auch mit Blick auf die gesetzlichen Anforderungen an digitale Angebote öffentlicher Stellen.
Was wir aus dem Testing mitnehmen
Für uns war der größte Mehrwert des Testings die belastbare Grundlage für die Weiterentwicklung der Website. Statt intern nur Annahmen zu diskutieren, konnten wir direkt beobachten, wie Menschen auf Inhalte reagieren, woran sie hängen bleiben und was sie sich zusätzlich wünschen. So können wir Verbesserungen gezielter priorisieren und konsequent an den Bedürfnissen unserer Zielgruppen ausrichten.
Gleichzeitig hat sich gezeigt: Website-Testing ist weniger aufwendig, als oft angenommen wird, und der Erkenntnisgewinn ist groß. Schon wenige Interviews reichen aus, um sichtbar zu machen, wo Inhalte funktionieren, wo Orientierung fehlt und welche Änderungen den größten Unterschied machen.
Für uns sind die nächsten Schritte deshalb klar: Wir überarbeiten Inhalte und Menüführung, stellen Projekte stärker in den Fokus, sprechen Zielgruppen direkter an und vereinfachen an vielen Stellen die Sprache. Und es gilt: Wer ein Website-Testing durchführen möchte, kann klein anfangen, hier die vier wichtigsten Schritte:
- Erkenntnisziel festlegen: Zu welchen Aspekten braucht es Feedback?
- Passende Personen rekrutieren: Zielgruppen gezielt auswählen.
- Remote testen: Aufgaben stellen, beobachten, laut denken lassen.
- Erkenntnisse priorisieren: Ergebnisse clustern und Maßnahmen ableiten.
Wir freuen uns immer über Feedback zu unserer Website!