
Fachkongress des IT-Planungsrats - in Rostock Kurs auf morgen setzen
Der 14. Fachkongress des IT-Planungsrates stand unter dem Motto „Digitale Horizonte - Gemeinsam Kurs auf morgen setzen“. Die Kulisse am 18. und 19. März in Rostock-Warnemünde war wunderschön und es gab, getreu dem Motto, dann auch keinen Mangel an nautischen Referenzen in Moderation und Vorträgen.
Über 600 Beschäftigten der öffentlichen Verwaltung in Bund, Ländern und Kommunen sind zusammengekommen, um ihre Erfahrungen zur Verwaltungsdigitalisierung auszutauschen, sich inspirieren zu lassen und neue Ideen zu entwickeln. In über 30 Sessions an 2 Tagen wurden viele Fragen zur Umsetzung der Digitalisierung der Verwaltung angesprochen.
Gute Weichenstellungen für eine gemeinsame Umsetzung
Was uns als #DABB besonders begeistert hat, war die Möglichkeit für einen hierarchieübergreifenden Austausch über Ressorts, föderale Ebenen und Ländergrenzen hinweg. Unsere inhaltlichen Highlights in der Diskussion waren:
- Die kollektive Anerkennung für die Weichenstellungen, die gerade im IT-Planungsrat - insbesondere zum Deutschland-Stack - gelegt wurden. Wir haben den Eindruck: Das Schaffen von guten zentralen Angeboten gewinnt an Bedeutung und es gibt gerade ein gutes Momentum im Bund, zentrale Themen nach vorne zu bringen. Das freut uns als Umsetzerin von Digitalprojekten, denn: gute Rahmenvorgaben reduzieren Unsicherheiten und gute zentrale Angebote reduzieren Wildwuchs und ermöglichen Ressourcenbündelung.
- Was uns als Land Brandenburg besonders zufrieden gemacht hat, ist dass es in Sachen Bürokratieabbau durch bessere Rechtssetzung voran geht. Der Digitalcheck des Bundes wird den Ländern in Kürze zur Nachnutzung bereitstehen.
- Das Ministerium der Justiz und für Digitalisierung hat gemeinsam mit der DABB ein Umsetzungsprojekt zum Thema Digitaltauglichkeit und bessere Rechtssetzung gestartet. Wir arbeiten daran Legisten und Legistinnen – also Menschen, die an Regelungen arbeiten – praktisch mit neuen Herangehensweisen zu unterstützen, um Digitaltauglichkeit zu fördern.
- Die Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) hat im Dezember 2025 die „Föderale Modernisierungsagenda“ beschlossen, die über 200 Maßnahmen umfasst und fünf zentrale Handlungsfelder hat. Der Fokus liegt auf länderübergreifenden und Bund-Länder-Angelegenheiten, mit dem Ziel einer grundlegenden Erneuerung der staatlichen Organisation und öffentlichen Verwaltung entlang eines gemeinsamen und abgestimmten Vorgehens von Bund und Länder. Das finden wir- wie viele andere auf der Konferenz- richtig und wichtig. Das Ziel sollte sein, dass die Wirkung da ankommt, wo für Bürger:innen die Verwaltung am erlebbarsten ist: in den Kommunen.
Immer Luft nach oben
Auf der Rückfahrt im Zug haben wir uns aber auch gefragt, an welchen Stellen wir noch Luft nach oben sehen. Hier unsere Blitzlichter:
- Alle funktionierenden Projekte haben eine Gemeinsamkeit: Regelmäßiger Austausch, bei dem alle Beteiligten an einen Tisch kommen. Das schaffen wir noch nicht durchgängig. Es gab insbesondere eine ehrliche Reflektion, dass die Abstimmungen und die gemeinsame Arbeit, zwischen der Bundes- und der föderalen Ebene in den Ressorts noch besser werden muss.
- Es sind sich alle einig: Wir haben immer noch zu viele Insellösungen. Wir haben beispielsweise 6 KI-Verwaltungsassistenten im Land. Wir brauchen mehr Standards, um effizient voranzukommen. Immerhin: Es gibt ein gemeinsames Problembewusstsein. Als Bund und Länder verstehen wir, dass es wichtig ist, starke zentrale Angebote zu machen. Zum Thema KI setzt der Bund beispielsweise mit seinem KI-Agenten-Open-Source-Projekt SPARK einen starken Akzent in die andere Richtung.
- Es wäre spannend, noch mehr Praktiker:innen und Strateg:innen einzuladen und den guten Austausch in ein gemeinsames Arbeiten in Workshops zu konkreten Digitalisierungshürden zu übersetzen.
- Die Sitzungen zum Deutschland-Stack sind aus allen Nähten geplatzt. Hier gibt es ein offensichtliches Interesse aller Beteiligten zu verstehen, was die Verabschiedung für sie bedeutet. Hier wird es auch weiterhin Bedarf an guter Information, Austausch und Übersetzung des Deutschland-Stack in die Praxis geben.
Wir sind gespannt, was in diesen Themen bis zum nächsten Fachkongress des 15. Planungsrates im Lokschuppen in Marburg auf die Schiene gebracht wird.