
Digitale Verwaltung: Wo Brandenburg steht – und wie wir Lösungen schaffen
Beim 1. Brandenburger Digitaltag am 11. Dezember 2025 haben wir erstmals die Brandenburg-Ergebnisse des eGovernment MONITOR der Initiative D21 vorgestellt. Sie zeigen: Brandenburg ist digital – 97 % der Brandenburgerinnen und Brandenburger sind online aktiv, mehr als im Bundesschnitt. Gleichzeitig wird deutlich, dass viele Menschen digitale Verwaltungsleistungen noch nicht als so einfach, verständlich und komfortabel erleben, wie sie es aus anderen digitalen Angeboten kennen.
Das führt dazu, dass Menschen dem Staat nicht mehr ausreichend vertrauen. Wir müssen als Staat für unsere Bürgerinnen und Bürger da sein.
„Mit einem Fokus auf die flächendeckende Bereitstellung der wichtigsten Verwaltungsleistungen und einem besseren Datenaustausch in und zwischen den Behörden.“ steckt Minister der Justiz und für Digitalisierung des Landes Brandenburg Dr. Benjamin Grimm wichtige Ziele.
Das Land nimm Fahrt auf und sorgt dafür, dass Verwaltungsleistungen nutzendenzentriert, mobile first und zeitgemäß sind. Wir als #DABB arbeiten insbesondere in aktuellen Projekten an:
Onlinezugangsgesetz – echte Services, nicht nur Formulare
Die DigitalAgentur Brandenburg unterstützt Land und Kommunen bei der Umsetzung digitaler Services im Rahmen des Onlinezugangsgesetzes (OZG).
Ziel: Verwaltungsleistungen so digital, barrierefrei und nutzerfreundlich bereitstellen, dass sie tatsächlich genutzt werden – ohne Medienbrüche und wiederholte Dateneingaben.
Künstliche Intelligenz – Entlastung für Verwaltung und Bürger:innen
KI bietet großes Potenzial, Routinetätigkeiten zu automatisieren und die Servicequalität zu steigern. Brandenburg lädt Verwaltungen dazu ein, gemeinsam KI-Lösungen zu testen und einzuführen – von intelligenter Antragsbearbeitung bis zu Assistenzsystemen für Sachbearbeitende und Referent:innen.
Registermodernisierung – Daten einmal eingeben, mehrfach nutzen
Mit der Registermodernisierung arbeiten wir daran, Daten sicher zwischen Behörden auszutauschen, damit Menschen ihre Informationen nicht ständig neu eingeben müssen. Das spart Zeit, reduziert Fehler und schafft Vertrauen in digitale Verwaltungsprozesse.
Aufbau der zentralen Umsetzungsstruktur im brandenburgischen Digitalministerium
Die erfolgreiche Umsetzung von digitalen Leistungen in Brandenburg bringt verschiedene Akteure zusammen:
- Das Ministerium der Justiz und für Digitalisierung des Landes Brandenburg (MdJD) ist als federführendes Ministerium verantwortlich für die Gesamtorganisation der Neuausrichtung des eGovernment in Brandenburg und verantwortet ein zentrales Digitalisierungsbudget. Hier werden zentrale Weichenstellungen gelegt.
- Die Fachministerien tragen die Verantwortung für die Projekterfolge innerhalb ihrer fachlichen Zuständigkeiten.
- Die Kommunen sind die entscheidende Basis unseres Staates. Im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung führen sie digitale Produkte und Services ein und managen die Bürgerservices.
Das erfordert Koordination: Digitalisierungsprojekte werden durch ein einheitliches Vorgehen mit zentralen Ansprechpartnern im MdJD koordiniert, unterstützt und begleitet. Die #DABB unterstützt das MdJD beim Aufbau dieser wichtigen Steuerungs-, Planungs- und Koordinierungsrolle zum wohle der anderen Akteure. So wollen wir gemeinsam daran arbeite, dass wir unsere Ressourcen dort einsetzen, wo sie den meisten Mehrwert für Bürger:innen und Unternehmen bringen.
Praxisbeispiele aus Brandenburg
„Digitale Services müssen verlässlich funktionieren“
Michaela Mewes aus Kloster Lehnin betont, wie wichtig zuverlässige digitale Angebote sind, um Vertrauen in digitale Verwaltungsleistungen aufzubauen.
„KI spart Zeit und verbessert Servicequalität“
Die Wohngeldbehörde der Landeshauptstadt Potsdam nutzt KI-Unterstützung in der Bearbeitung – mit spürbarer Entlastung für Mitarbeitende sowie mehr Schnelligkeit in der Bearbeitung und damit höherer Zufriedenheit bei Bürger:innen. Deshalb arbeiten wir gemeinsam mit dem Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung daran, eine derartige Lösung nun für alle Wohngeldbehörden in Brandenburg bereitzustellen.
„Die Angst vor der Beschäftigung mit Leichter Sprache wurde genommen.“
Gemeinsam mit dem KI-Servicezentrum am Hasso-Plattner-Institut wurde der KI-Prototyp LeiSA (Leichte-Sprache-Assistent) entwickelt, der komplexe Behördensprache in leichte Sprache übersetzt. Mit 10 Kommunen in Brandenburg und dem Ministerium für Gesundheit und Soziales des Landes Brandenburg haben wir den Prototyp getestet und gezeigt, dass es geht – KI ermöglicht es, Behördenkommunikation in leichter und einfacher Sprache effizient umzusetzen. Die Funktion soll mit dem neuen KI-Verwaltungsassistent in den Regelbetrieb kommen.
Gemeinsam mit Land, Kommunen und Partner:innen entwickeln wir Lösungen, die den digitalen Alltag in Brandenburg spürbar verbessern. Lassen Sie uns die Verwaltung von morgen gemeinsam nutzerfreundlich, effizient und zukunftsfähig gestalten.
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